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Thursday, October 24, 2002 12:31 PM +0200  
From:
Michael Reinke   Michael Reinke
 
Subject: Denial-of-Service-Attacke gegen DNS-Roots   
To:
Sicherheit im Netz   Sicherheit im Netz
 
Folgender Heiseartikel demonstriert die Wichtigkeit weiterer Netzwerktopologien bei hochverfügbaren Kommunikationssystemen. Systeme, die nur über Internetkonnektivität verfügen, könnten bei einem erfolgreichen Angriff nach unten beschriebenem Muster lahmgelegt werden !
Kann man bei einem Internetausfall noch via Modem oder ISDN eine Direkteinwahl durchführen, so können alle Mitarbeiter weiterhin produktiv mit den Unternehmenskommunikationsresourcen arbeiten.
Info: Der FirstClass Inspector (FCI) arbeitet unabhängig von der verwendeten Kommunikationsinfrastruktur und kann auch bei ISDN und Modemverbindungen u.a. aktiv nach Mailviren suchen.

Am späten Montagabend dieser Woche begann eine DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) gegen die 13 Rootserver im Domain Name Service des Internet, den einige Server-Betreiber als bislang größten Angriff beschreiben. Trotz der Attacke aber zeigte sich das Rootserver-System des DNS stabil: Für die Internet-Nutzer habe es fast keine merklichen Verzögerungen bei der Beantwortung von Anfragen zur Auflösung von Host-Namen auf IP-Adressen gegeben. Auch die Replikations- und Weiterleitungsmechanismen zwischen den einzelnen lokalen Servern und den Rootservern im DNS haben weitgehend ungestört weitergearbeitet; die DNS-Server der einzelnen First- und Second-Level-Domains waren von dem Angriff daher praktisch nicht betroffen. Der A-Rootserver, der nach einer Vereinbarung mit der ICANN immer noch vom Ex-Domainregistrierungsmonopolisten NSI/Verisign betrieben wird, konnte nach Angaben der Firma trotz der Angriffe seine Funktionen normal ausführen.   
Paul Vixie, Gründer des Internet Software Consortiums, Chefarchitekt des DNS-Servers BIND und Betreiber des F-Root-Servers, meinte allerdings, nur vier bis fünf der 13 Rootserver hätten dem Angriff komplett ohne Ausfälle widerstanden. Wenn die DDoS-Attacke noch etwas länger angedauert hätte, wären wahrscheinlich noch mehr Server ausgefallen und es wäre zu starken Verzögerungen und Time-outs im DNS gekommen, betonte Vixie, der auch schon früher andere Anfälligkeiten im DNS und Nachlässigkeiten von Administratoren kritisiert hatte, gegenüber der Washington Post. Und Chris Morrow, Experte für Netzwerksicherheit bei der WorldCom-Tochter UUNet, die zwei der Rootserver betreibt, meinte, dies sei die am besten koordinierte Attacke gegen die Internet-Infrastruktur gewesen, die er bislang erlebt habe.
Die Urheber der Attacke sind bislang nicht bekannt. Nach Berichten in US-Medien hat das FBI aber erste Ermittlungen aufgenommen. Die insgesamt 13 Rootserver (a bis m) dienen als Anlaufstellen für definitive und autorisierte Auskünfte für die korrekten Adressen innerhalb von Top Level Domains im Netz. Um die DNS-Rootstruktur gegen physische Angriffe zu schützen, sind die Server Standorte international verteilt, allerdings mit einem Schwerpunkt in den USA.
Siehe dazu auch:
Angriff auf die Internet-Infrastruktur in Telepolis
Zum Domain Name System bietet der Artikel Microsoft, das Internet und die Namen einige grundlegende technische Informationen.
Achillesfersen des Internet -- Medienhype oder Realität? Die gefährdete Internet-Infrastruktur, c't 25/2001, S. 100 (kostenpflichtiger Download)
Bedrohtes Netz -- Was tun gegen den elektronischen Terrorismus?, c't 25/2001, S. 106 (kostenpflichtiger Download)
(jk/c't)

Weitere Infos zum Thema Sicherheit und den FirstClass Inspector finden Sie hier

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